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nützlichen Wildpflanzen
Löwenzahn, Vogelmiere, Giersch und Brennessel wachsen wild auf vielen Wiesen und Feldern. Als Garten-Pflanzen sind sie aber unerwünscht und werden als "Unkraut" bezeichnet. Das Problem ist aber nur, dass sie mit unseren Garten-Pflanzen um Wasser, Nährstoffe und Licht konkurrieren. Dabei haben diese Wildpflanzen viele positive Eigenschaften. Als Zeigerpflanzen verraten sie uns viel über die Beschaffenheit des Bodens und helfen, einen tollen Sommergarten zu planen und einen herrlichen Garten zu gestalten. Brennnesseln gedeihen beispielsweise nur auf stickstoffreichen Böden. Der Kriechende Hahnenfuß dagegen bevorzugt Staunässe, und die Quecke gedeiht gut auf verdichtetem Boden. Unkräuter ernähren außerdem eine Vielzahl von nützlichen Insekten, die ohne diese gar nicht überleben könnten. So nähren Brennnesselsamen die Larven von 25 Schmetterlingsarten. Und der Diestelfink - ohnehin ein zunehmend seltener Gast im Garten - liebt die Samen der Acker-Kratzdistel.
Unkräuter richtig jäten
Wildkräuter, die schnell wachsen, sich stark vermehren und schwierig zu entfernen sind, werden Unkräuter genannt. Aus ökologischen Gründen sind Gifte zu ihrer Beseitigung nicht zu empfehlen. Es bleibt also das Jäten oder im Notfall das lichtdichte Abdecken der Unkrautflächen für längere Zeit.
Entkrauten verwilderter Flächen:
Für größere, freie Flächen kann es sich lohnen, motorgetriebene Ackergeräte wie einen Pflug oder eine Bodenfräse auszuleihen.
Armlange Handschuhe wegen der Dornen, Brennhaare oder Kontaktgifte tragen.
Ausgraben ist besser als abreißen, denn viele Unkräuter besitzen Sollbruchstellen, und abgerissene Wurzeln treiben bald wieder aus.
Ein Spaten vermehrt die Unkräuter durch Zerschneiden der Wurzeln. Mit einer Grabgabel jedoch kann der Boden aufgelockert und können die Wurzeln als Ganzes aus dem Boden gezogen werden. Im Wurzelgeflecht der Gartenstauden steckende Unkrautwurzeln sind schwierig zu entfernen.
Unkräuter gehören nicht auf den Kompost, denn dort wuchern sie bald munter weiter. Wurzeln und Samenstände – soweit erlaubt – verbrennen, verjauchen oder in die Biotonne stecken.
Nach dem Entkrauten:
Aufgelockerte Erde am besten mit Bodendeckern bepflanzen oder mulchen, denn noch vorhandene Samen keimen unter Lichteinwirkung aus. Mitunter sind Nussschalen als Mulch im Gartenhandel erhältlich. Empfehlenswert, weil sie den Säurewert und den Stickstoffgehalt des Bodens kaum beeinflussen und weil erst nach Jahren nachgemulcht werden muss.
Konsequentes Nachjäten erspart eine weitere große Entkrautungsaktion. Praktische Geräte sind: einzahniger Jäter, Distelstecher, längeres stabiles Messer.
Mindestens 40 Zentimeter tief eingegrabene Beetbegrenzungen halten Unkrautwurzeln und Wühlmäuse relativ gut fern. Die Mäuse legen sich Wintervorräte aus Wurzeln von Ackerwinde, Giersch und Löwenzahnwurzeln an und verbreiten sie so.
Viele Unkräuter werden durch den Menschen verbreitet. In Wurzelballen und Topferde können Samen und Wurzeln von Unkräutern in den eigenen Garten eingeschleppt werden.
Liste einiger besonders lästiger Stauden in heimischen Beeten:
Acker-Kratzdistel Cirsium arvense Dornen, Pfahlwurzeln, Wurzeltriebe, Flugsamen Vor Samenbildung Wurzel ausstechen
Ackerwinde Convolvulus arvensis Giftig, rankt Gartenpflanzen zu, leicht brechende, hellgelbe Wurzeltriebe Wurzeln ausgraben, auf Wurzelreste kontrollieren
Ampfer, stumpfblättriger Rumex obtusifolius Pfahlwurzel, viele ausdauernde Samen Vor Samenbildung Wurzel ausstechen.
Brennnessel, große Urtica dioica Brennhaare, Wurzeltriebe Wurzel mit Ausläufern ausreißen
Brombeeren Rubus fruticosus agg. Stacheln mit Widerhaken, weite Ausleger, rankend Dicke Handschuhe, feste Kleidung: Wurzeln ausgraben
Giersch Aegopodium podagraria Leicht brechende, hellgelbe Wurzeltriebe Wurzeln ausgraben, auf Wurzelreste kontrollieren
Hecken-Knöterich Fallopia dumetorum Ausläufer, extrem rankend (erstickt alles andere), zähe Ranken Gartenpflanzen von Ranken befreien, Wurzeln ausgraben
Löwenzahn Taraxacum officinale Pfahlwurzel, Wurzelreste treiben aus, viele Flugsamen Vor Samenbildung Wurzel ausstechen
Quecke, kriechende Elymus repens Wurzeltriebe Wurzeln ausgraben
Riesen-Bärenklau (Herkulesstaude) Heracleum mantegazzianum Kontaktgift in Kombination mit Licht, Vorsicht: giftige Saftspritzer, überdeckt andere Pflanzen, sehr tiefe Pfahlwurzel und viele Samen Schutzbrille, Handschuhe, Ganzkörperbedeckung: Oberirdische Pflanzenteile kappen, Wurzel zerstampfen und schwere Steinplatte darauf legen, bis die Wurzel verfault ist
Staudenknöterich, japanischer Reynoutria japonica Überdeckt alles, Pfahlwurzel, brüchige Wurzeltriebe, unbrauchbar für heimische Tierwelt Ausgraben, falls möglich, sonst fünf Jahre lang monatlich abschneiden, bis Pflanze erschöpft ist
Gemeine Quecke (Agropyrum repens)
Ein mehrjähriges Gras mit bräunlich-grünen Ähren von Sommer bis Herbst, das auf lehmigen, verdichteten Böden gedeiht. Ihr Wurzelwerk ist stark verzweigt und bildet Rhizome, aus denen immer neue Pflanzen sprießen. Hier hilft es nur, genauso hartnäckig zu bleiben: Nach dem kompletten Ausgraben muss bei jedem neuen Aufkommen erneut gegraben werden – bis das Queckengras verschwunden ist.
Vogelmiere (Stellaria media)
Diese einjährige Pflanze fühlt sich auf allen Böden wohl. Sie wuchert dicht am Boden, ihre winzigen weißen Blüten blühen bis in den November.
Um die Vogelmiere aus dem Garten zu verbannen, muss sie vor der Blüte so lange gejätet werden bis kein Pflänzchen mehr nachkommt. Blüht die Vogelmiere bereits, nutzt das Jäten nichts. Damit sie vor allem im Blumenbeet zumindest nicht stört: Stengel vorsichtig abschneiden und verblühen lassen.
Spitzwegerich (Plantago lanceolata)
Der Spitzwegerich ist ein wertvolles Heilkraut, das zum Beispiel als Tee zubereitet sehr gut bei Husten und Bronchitis hilft. Man erkennt ihn an seinen langen schmalen Blättern, die schon im zeitigen Frühjahr wie Lanzen aus dem Boden sprießen. Er wächst unauffällig an Wegrändern und auf Wiesen – im Hausgarten auch im Rasen, wo er auf Nährstoffmangel hinweist. Ein gut gedüngter englischer Rasen wird weniger von Unkraut befallen.
Einjähriges Rispengras (Poa annua)
Ein probelmatisches Unkraut, da es meist in Rasengrasmischungen vorkommt und zunächst schlecht erkannt wird. Es wird bis zu 30 Zentimeter hoch und trägt fast das ganze Jahr über braungelbe bis grünliche Blüten in Rispen. Die Samen reifen von Mai bis Juli und von September bis Oktober. Es läßt sich nicht ganz und gar aus dem Rasen verbannen, man kann es durch konsequentes Jäten nur eindämmen. Jätet man aber nicht, verdrängt es oft die Rasengräser.
Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris)
Die bis zu 35 Zentimeter hoch wachsende Pflanze trägt fast das ganze Jahr unscheinbare Blüten und gleichzeitig herzförmige Früchte, die wie kleine Schoten ("Täschel") aussehen. In der Pflanzenmedizin verwendet man die oberirdischen Pflanzenteile. Hirtentäschel gedeiht besonders gut auf nährstoffreichem Boden. Wollen Sie die Pflanze als Unkraut bekämpfen, dann hebbeln Sie die Jungpflanzen mit einem Grubber aus, bevor sie Samen bilden.
Weißer Gänsefuß (Chenopodium album)
Im späten Frühjahr keimendes Samenunkraut, das stickstoffreiche, humose Lehm- und Sandböden bevorzugt, aber auch auf anderen Böden gedeiht. Gänsefuß entzieht dem Boden große Mengen an Nährstoffen und sollte darum vor allem im Nutzgarten besonders gründlich gejätet werden.
Im Nutzgarten hat sich das Einsäen von Gründüngung nach der Ernte bewährt, eine alte Methode zur Bodenverbesserung. Zur Gründüngung eignet sich zum Beispiel eine Mischung aus Senfsaat und Leguminosen.