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Unkraut

Was tun gegen Unkraut?

Sollten Wildpflanzen bei der Gartenarbeit trotzdem zum Problem werden, können Sie folgendes machen:
>Unverzichtbar ist fleißiges Jäten und Hacken bei der Gartenarbeit.
>Jäten oder mähen Sie Samenunkräuter vor der Blüte. Sie können Millionen Samen produzieren, die mehrere Jahre im Boden überdauern.
>Wurzelunkräuter wie der Giersch vermehren sich über unterirdische Ausläufer, Rhizome oder andere Wurzelorgane. Bei der Aktion "schöner Garten" hilft nur sorgfältiges Auslesen aller Wurzelstückchen.
>Eine Mulchschicht unterdrückt den Wuchs von Wildkraut - bei der Gartengestaltung sollte sie deshalb nicht fehlen.
>Tipps und Tricks gegen Unkraut im Garten: Stark verunkrautete Flächen kann man ein Jahr liegen lassen und mit einer schwarzen, lichtdichten Folie abdecken.
>Bestimmte Wildkräuter können auch durch eine Veränderung des pH-Wertes, Entwässerung, Drainage oder Bodenbelüftung wirksam bekämpft werden.
>Wichtig für die Gartenarbeit: Wenn in den Ritzen zwischen den gelegten Platten auf der Terrasse das Unkraut anfängt zu sprießen, dann geben Sie etwas Salz in die Ritzen und das Unkraut stirbt ab. Es kann kein Unkraut nachwachsen, solange das Salz vorhanden ist.

Unkraut:

Ambrosie
Vor allem der Pollen der Beifuß-Ambrosie ist unerwünscht. Viele Menschen reagieren auf ihn allergisch.
Die Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia) kommt schon seit dem 19. Jahrhundert in Deutschland vor, war aber lange unbeständig und selten. In letzter Zeit wird sie jedoch häufiger gefunden. In anderen europäischen Ländern wie Ungarn, Italien und Frankreich ist sie schon länger als Problempflanze bekannt: einerseits als lästiges Unkraut in landwirtschaftlichen Kulturen, andererseits wegen der Gesundheitsgefahr durch ihren stark allergieauslösenden Pollen.

Löwenzahn, Vogelmiere, Giersch und Brennessel wachsen als Wildkräuter auf vielen Wiesen und Feldern. Tauchen sie jedoch im Hausgarten auf, sind sie unerwünscht und werden zu Unkräutern. Denn sie konkurrieren mit den Kulturpflanzen um Wasser, Nährstoffe und Licht.

Unkräuter sind wahre Überlebenskünstler: Sie passen sich optimal an die gegebenen Lebensumständen, also Boden-, Klima und Düngeverhältnisse, an. Oftmals ist die Eindämmung der Unkräuter einfacher, wenn man weiß, welchen Boden sie bevorzugen. Denn viele Unkräuter sind so genannte Zeigerpflanzen. Dort, wo sich zum Beispiel die Große Brennnessel gerne ausbreitet, ist der Boden stickstoffhaltig und nährstoffreich. Der Kriechende Hahnenfuß dagegen bevorzugt Staunässe, und die Quecke gedeiht gut auf verdichtetem Boden.

Je nach Vermehrungsart unterscheidet man sie in Wurzel- und Samenunkräuter. Jeder Gärtner sollte genau wissen, zu welcher Art die Unkräuter in seinem Garten gehören, um sie wirkungsvoll bekämpfen zu können.

Samenunkräuter blühen meist nur einen Sommer, doch sie bilden millionenfach Samen aus, der zudem noch jahrelang in tieferen Bodenschichten überleben kann. Werden sie beim Umgraben an die Oberfläche gebracht, keimen sie wieder aus. Werden Samenunkräuter während der Blüte gemäht, trägt der Gärtner gerade mit dieser Methode zu ihrer Verbreitung bei.

Wurzelunkräuter bilden meist auch Samen, die hauptsächliche Vermehrung erfolgt jedoch über unterirdische Ausläufer, Rhizome oder andere Wurzelorgane. Bleibt beim Herausreißen auch nur ein kleines Stückchen davon im Boden, so wird es bald wieder austreiben.

Samen- und Wurzelunkräuter sind extrem schnellwüchsig. Sobald sich geeignete Lebensumstände ergeben, breiten sie sich in Windeseile aus – und machen dem Gärtner das Leben schwer.

Unkräuter sind nützlicher als ihr Ruf
Löwenzahn und Acker-Kratzdiestel zum Beispiel gelten als so genannte Pionierpflanzen. Mit ihren tiefen Pfahlwurzeln lockern sie verdichtete Böden, holen Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten und machen so das Leben für die Folgepflanzen erst möglich.

Unkräuter ernähren außerdem eine Vielzahl von nützlichen Insekten, die ohne die Unkräuter gar nicht überleben könnten. So nähren Brennesselsamen die Larven von 25 Schmetterlingsarten. Und der Diestelfink – ohnehin ein zunehmend seltener Gast im Garten – liebt die Samen der Acker-Kratzdistel.

Viele unserer heimischen Unkräuter sind zudem Heilkräuter wie Brennessel und Schachtelhalm. Und einige von ihnen sind sogar essbar. Zum Beispiel der Giersch. Viele Gärtner treibt er zur Verzweiflung, weil er einfach immer wieder kommt. Warum also nicht den Giersch ernten und eine leckeres Gemüse daraus kochen? Es schmeckt ähnlich wie Spinat und enthält dazu noch viele Vitamine und Mineralien. Danach geht man viel gelassener an die Gartenarbeit. Und mit der richtigen Methode läßt sich am Ende sogar der hartnäckige Giersch eindämmen.

Die häufigsten Garten-Unkräuter vor und was Sie gegen sie tun können.
Ackerwinde (Convolvulus arvensis)
Diese mehrjährige Pflanze mit ihren hübschen weiß-rosa Blüten, die vom Juni bis Oktober blühen, ist ein besonders hartnäckiges Unkraut. Sie kriecht und klettert über den Boden. Die Wurzeln wachsen weit verzweigt und metertief in die Erde hinein. Beim Jäten zerreißen sie leicht. Zeigen sich erst einzelne Pflanzen, können Sie sie vorsichtig ausgraben. Hat sich die Ackerwinde bereits ausgebreitet, hilft meist nur eine Radikalkur, die Sie auch bei den anderen Wurzelunkräutern anwenden können: Decken Sie den befallenen Boden bis zu einem Jahr mit einer dichten schwarzen Folie ab. Die Folie unterdrückt durch Lichtmangel den Unkrautaufwuchs. Diese Methode ist sehr wirksam, kann aber keine Wunder vollbringen, denn Unkrautsamen bleiben über viele Jahre im Boden keimfähig.

Große Brennessel (Urtica dioica)
Die Brennessel, eine Heilpflanze, hat ein dicht verzweigtes Wurzelwerk und blüht vom Juli bis September. Frühzeitiges und gründliches Ausstechen und Ausgraben der jungen Wurzeln hilft. Am besten geht's nach dem Regen.

Löwenzahn (Taraxacum officinale)
Löwenzahn leuchtet während der Blüte im zeitigen Frühjahr wie die Sonne, die tiefen Pfahlwurzeln allerdings sind berüchtigt. Er blüht fast das ganze Jahr und ist besonders im Rasen ein Ärgernis. Die Blüten werden zu „Pusteblumen“ – bei Kindern sehr beliebt -, tausendfach fliegen ihre Samen durch die Luft und verbreiten sich prächtig. Löwenzahnwurzeln sollten vor der Blüte tief und gründlich ausgestochen werden. Wenn das nicht hilft, probieren Sie es mit Speisesalz.

Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense)
Wo sie wächst, zeigt sie an, dass mit Ihrem Boden etwas nicht stimmt: Er ist zu stickstoffhaltig. Die Ackerkratzdistel ist eine der Pionierpflanzen, die mit ihren tiefen Pfahlwurzeln die Erde lockern und Nährstoffe heraufholen. Graben Sie die Wurzeln aus und säen Sie Gründung ein, auf dem Rasen Wildblumen.

Gemeine Quecke
Die Gemeine Quecke kommt in vielen Ackerkulturen, im Grünland und im Garten vor. Sie ist sehr konkurrenzstark. Sie wächst schon seit der Jungsteinzeit auf unseren Äckern. Die Quecke ist auf fast allen Bodenarten zu finden und gilt als Pionierpflanze. Hat sie sich einmal angesiedelt, ist sie schwer wieder los zu werden. Als Wirtspflanze fördert die Quecke die Verbreitung der Halmbruchkrankheit, der Schwarzbeinigkeit und des Mutterkorns im Getreide. Sie kommt vorwiegend auf nährstoffreichen, dichten Böden vor.

Giersch
Auch als Bodendecker ist Giersch kaum verwendbar, denn er wird von hohen Gräsern oder Brennnesseln durchsetzt und überwachsen. Trotzdem: Wo er wächst, wächst sonst kaum noch etwas. Er breitet sich ungeheuer schnell aus, da die dünnen, unterirdischen Ausläufer pro Jahr durchaus einen Meter wachsen
Bei Gärtnern ist er deshalb gefürchtet.
Giersch ist im Garten nur sehr schwierig zu bekämpfen. Permanentes und sofortiges Ausgraben hat den besten Erfolg. Dies kann bei Unachtsamkeit allerdings Jahre in Anspruch nehmen, da selbst aus kleinsten Rhizomteilen schnell ganze Pflanzen wachsen.



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